wbg Autorin Lisa Herzog zu Gast bei der PHIL.COLOGNE 2022

Veranstaltungsdatum 9. Juni '22 19:00
Veranstaltungsort COMEDIA Theater / Roter Saal in Köln • Vondelstraße 4-8, Köln, 50677, Deutschland
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PHIL.COLOGNE 2022

Nur ein Rad im Getriebe? Arbeit neu denken. Mit Lisa Herzog und Michael Hüther 

Eine Ingenieurin möchte gute Arbeit leisten, wird aber durch Zeitdruck immer wieder zu Flickschusterei gezwungen. Ein Angestellter erfährt, dass in seinem Unternehmen gegen Gesetze verstoßen wird, und ringt mit sich, ob er zum Whistleblower werden soll. Beispiele für Konflikte in der Arbeitswelt, in der viele sich so bewegen, als wären sie bloß Rädchen im Getriebe. Als Einzelne ohnmächtig in einem System mit festgefügten Rollen und Hierarchien. Zwingt der Kapitalismus mit seinem Prinzip der Nutzenmaximierung zu Anpassung und moralischer Kälte? Lässt sich dieses System ändern, die Arbeit retten?

Die Philosophin Lisa Herzog („Das System zurückerobern“) und der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Michael Hüther („Welche Zukunft hat die soziale Marktwirtschaft?“) erkunden die Schnittstelle zwischen Ökonomie und Philosophie und zeigen Alternativen auf.
Moderation: Jürgen Wiebicke


Weitere Informationen: 

https://www.philcologne.de/de/programm/phil-cologne-2022/nur-ein-rad-im…



Lisa HerzogLisa Herzog lehrte Political Philosophy and Theory an der Hochschule für Politik München und ist seit 2019 Professorin an der Philosophischen Fakultät und dem Center for Philosophy, Politics and Economics der Universität Groningen. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind die Ideengeschichte des politischen und wirtschaftlichen Denkens, die normative Bewertung von (Finanz-)Märkten sowie Fragen der Ethik in Organisationen. Von 2007-2011 war sie Rhodes Scholar an der University of Oxford und wurde 2019 mit dem Tractatus-Preis sowie dem Deutschen Preis für Philosophie und Sozialethik ausgezeichnet.


Das System zurückerobern
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Ist die Welt der Lohnarbeit eine seelenlose Maschine und sind Angestellte nur Rädchen im Getriebe des Systems?

Anhand empirischer Fallstudien analysiert Lisa Herzog die Natur von Organisationen aus einer normativen Perspektive: ihren regelgebundenen Charakter, die Art, mit geteiltem Wissen umzugehen, Organisationskulturen und ihre Beziehung zur Moral. Sie untersucht, wie individuelles Handeln und Organisationsstrukturen ineinandergreifen müssten, um moralische Fallgruben zu vermeiden, und entwickelt die Idee eines "transformativen Handelns" - eine kritische, kreative Art, sich auf die eigene Rolle in einer Organisation einzulassen und dabei grundlegenden moralischen Normen verpflichtet zu bleiben.

Weiter geht es um politische und institutionelle Veränderungen, die nötig wären, um Organisationen in eine gerechte Gesellschaft einzubetten. Ob wir uns dem "System" unterwerfen oder versuchen, es zurückzuerobern, ist eine Frage von größter politischer Wichtigkeit in unserer globalisierten Welt.

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