Das "Gute" und das "Böse" sind keine Illusionen

Hannes Angelstein • 16 November 2020

Die Geschichte von dem endlosen Kampf zwischen Gut und Böse ist vermutlich fast genau so lang wie die Geschichte der Menschheit. Seit der Existenz unserer Spezies ist der Glaube an etwas übernatürliches, etwas, das durch normale Kräfte niemals erreicht werden kann, fest mit der menschlichen Gesellschaft verbunden. Dadurch wurde die Welt automatisch in "Gut" und "Böse" unterteilt, und mit der Entstehung der einzelnen Religionen auf der Erde ist diese Idee zunehmend manifestiert worden. Am einfachsten lässt sich dieses System am Beispiel des christlichen Glaubens erklären: "Gute" Menschen kommen in den Himmel, "böse" in die Hölle. Die Systeme "Himmel" und "Hölle" symbolisieren also das "Gute" und das "Böse", was auch immer das sein mag. Der Fakt, dass dem Glauben eine Zweiteilung gegeben wurde, machte es dem Gläubigen leicht, sich eine Orientierung zu verschaffen.

Aus heutiger Perspektive ist dies natürlich fragwürdig. Den häufigste Erklärungsansatz, warum beispielsweise der Klerus so eine enorme Machtfülle im Mittelalter hatte, führen Wissenschaftler auf die geringe Intelligenz der in dem angesprochenen Zeitraum lebenden Menschen zurück. In der Neuzeit bröckelte die Macht der Kirche, namentlich vor allem durch Luther und dessen Reformation. Der Glaube an das "Gute" und "Böse" ist jedoch bis heute bestehen geblieben, unabhängig von der menschlichen Intelligenz. Das oben erläuterte System gibt es immer noch, bloß in einer deutlich veränderten Form.

Eines der populärsten Beispiele ist das "Star Wars"-Universum. Ohne die Geschichte überhaupt zu kennen, geschweige denn die Filme gesehen zu haben, ist den meisten Menschen klar, dass Star Wars hauptsächlich den Kampf zwischen Gut und Böse beinhaltet. Der Kampf zwischen Jedi (Gut) und Sith (Böse) zieht seit nunmehr über 40 Jahren alle möglichen Menschen in seinen Bann. 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es natürlich keine einheitlichen Definitionen vom "Guten" und "Bösen“ gibt bzw. jemals geben wird. Der Glaube an die beiden Komponenten ist in unserer heutigen Welt jedoch immer noch verbreitet, natürlich in anderer Form als vor 1000 oder 500 Jahren. Allerdings gibt es ihn noch, weshalb "Gut" und "Böse" keine Illusionen sein können.

 

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