Tanzenden Schrittes zwischen den Surrealitäten

Emilia Plater • 29 April 2022
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Müde Sonne lächelt formlos, 
küsst leise den Abend, 
„rrrriiiiing!“ klingelt das Telefon,
Dumpfer Schmerz in meinem Kopf hämmert zwischen den Schläfen stetig monoton.
Oh da bist Du, mein Freund, Deine Stimme nimmt Platz im schreienden Schädel.
„Wie war Dein Tag? Habe tausend Geschichten zu erzählen“ sagt das Ü40 Mädel. 

Du lauscht nun meinem Wort-Stakkato, 
ich höre Dich nicken und sehe Dich staunen,
Adrenalingeist entspannt sich allmählich, 
Bandscheiben chillen zwischen den Daunen. 
Wir treiben im Redefluss, 
Dein helles Lachen setzt Satzzeichen in meine Romane.
Ein Versuch, sich eine Nische zu schaffen, 
eine verrückte aber unbedingt humane.

Du träumst Dich in Welten mit maritimem Amor, 
ich forme mir Liebe aus Emotionen.

Darf ich bitten? 
Im Alltagsgrau chargierend tanzen mit nonkonformen Dispositionen,
Mal stolpernd-fließend, 
mal sinnlich-unsinnig, 
mit Tiefgang bis die Pein im Kopf ging,
Wir begleiten uns, 
ungewöhnlich normal der arme Spinner und das verrückte Ding.

Kommentare (5)

Merchan Agaricus

Wunderschöne Poesie mit geistreichen Wortschöpfungen. Allem voran die Sehnsucht nach Liebe und das Ideal der Freundschaft.

Michael Pfeiffer

Du verfügst über einen ganz eigenen Ton, eine Dir eigene Sprache. Daraus webst Du ein unwiderstehliches lyrisches Netz. Sehr gelungen!

Maria Holeczek

Mir gefällt dieses Gedicht. Sein Rhythmus, seine Leichtigkeit.

Edward Nilson

Immer wieder interessant zu erfahren, was alte Schülerinnen so zaubern.


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